Sicher wartet ihr schon gespannt auf den Ausgang der „Paket- Aktion“?!

…Sie sind da! ☺…

Wir erhielten per SMS die Benachrichtigung, dass die Pakete auf der Nachbarinsel Sao Vicente eingetroffen waren und wir diese dort beim Zoll auslösen könnten. Voller Vorfreude und in der festen Überzeugung mit der Spätfähre wieder zurückzukehren, starteten wir nach Mindelo.

Erster Anlaufpunkt war der Zoll, die konnten mit unserem Anliegen nichts anfangen und schickten uns zur Post. Am Postschalter reihten wir uns in die Schlange der Wartenden und präsentierten, nachdem wir die Pole Position erreicht hatten, stolz unseren Abholzettel. Aber auch die nette Frau bei der Post schüttelte mit dem Kopf und schickte uns weiter zur Telekom.

Dort brachte uns ein netter junger Mann in den Kellerbereich, wo offensichtlich die Paketstation war. Wir fühlten uns dem Ziel ganz nah, bis ein ungewöhnlich hektischer und kein Wort Englisch oder Deutsch sprechender Postbeamte unseren Traum zerstörte… Nachdem keinerlei Verständigung möglich war, gab er uns einen Kollegen an die Hand, der mit uns durch die halbe Stadt lief und wir landeten in einem großen Büro, in welchem bestimmt 10 Angestellte fleißig arbeiteten.. Nach verhältnismäßig kurzer Wartezeit bekamen wir Zutritt zum Chef-Office…

Der „Chefe“ persönlich erklärte uns dann was getan werden müsse, um unsere Pakete auszulösen- Einer seiner Angestellten müsse zur Post gehen, um dort gemeinsam mit einem Postangestellten die Kisten zu öffnen. Dann werde der Inhalt geprüft und festgelegt, wie viel Zoll von uns zu bezahlen sei.  Nachdem wir dann den Zoll und die Arbeit des Spediteurs bezahlt hätten, würde man uns die Pakete bei der Post aushändigen-

Nun war es bereits 12 Uhr, vor 15 Uhr war es nicht möglich dort jemanden hinzuschicken… Auf unser Drängen und Bitten hin, versprach er, schnellstmöglich zu handeln und bestellte uns zu 15 Uhr wieder in sein Büro. Immer noch hoffnungsvoll um 17.30 Uhr die Schnellfähre zu erreichen, zogen wir uns in ein schattiges Lokal zurück und genossen die Mittagspause…

Nachdem wir pünktlich um 15 Uhr wieder die Warteposition eingenommen hatten, traf dann um 16 Uhr auch der Chef wieder ein, um uns zu sagen, dass sich alles etwas verzögere. Er hätte zwar schon die Summe, die zu begleichen wäre, aber noch keine Papiere und außerdem war die Stelle, an welcher die Zahlung vorgenommen werden musste, bereits geschlossen…

Kurzum, wir mussten wieder einmal ungeplant eine Nacht in Mindelo verbringen, diesmal sogar ohne Zahnbürste und Wechselslip! ☺

Am nächsten Morgen dann kauften wir als erstes ein Fähr-Ticket für die Rückfahrt, (Glücklicherweise!! Wie wir später erzählt bekamen, waren eine Stunde später für die nächsten 4 Tage alle Fahrten ausgebucht, weil Ostern ganz Kapverden auf Santo Antao verbringt! …Lach) dann ging es zum Spediteur. Der hatte kurzerhand sämtliche Zölle von der Liste gestrichen. Nach erfolgter Zahlung seiner Gebühren erhielten wir alle notwendigen Papiere für den hektischen Postbeamten. Dank eines Österreichers, der sich gut in der Landessprache verständigen konnte, bekamen wir es dann auch noch geregelt, dass die Pakete weiter bis Ribeira Grande transportiert wurden und konnten diese dann dort am 6.04. überglücklich in Empfang nehmen…

Fazit:

 Wir haben es nicht bereut, unser Hab und Gut auf diesem Wege nach Santo Antao transportiert zu haben. Das nächste Mal wissen wir, wie alles läuft und sind letztendlich positiv überrascht worden!

Nun schreiben wir schon ein Jahr unseren Blog und viele von Euch haben uns treu begleitet. Noch einmal herzlichen Dank für euer Interesse!

Bis zur Eröffnung unserer Pension halten wir euch weiterhin auf dem Laufenden und werden euch berichten, was wir hier erleben und wie es uns geht. Für alle Interessierten heißt das, dass unsere Adresse noch nicht aus den „Favoriten“ gelöscht werden darf! ☺

Der Höhepunkt in diesem Monat war mit Sicherheit das Osterfest, welches hier sehr traditionell begangen wurde. Nach langen Gottesdiensten wurde Jesus sinnbildlich zu Grabe getragen. Es bildete sich ein langer Zug aus Menschen mit Kerzen, die singend und betend dem Sarg auf seinem Weg durch die Stadt folgten. Uns fröstelte und wir waren zutiefst beeindruckt von der Ehrlichkeit und Authentizität, mit welcher die Menschen hier ihren Glauben leben. Natürlich fanden auch wieder zahlreiche andere mehr oder weniger laute und unterschiedlich lange Feierlichkeiten statt! Wie bereits erwähnt, waren viele Besucher und Emigranten auf der Insel, welche gewöhnlich das Osterfest zum Anlass nehmen, um ihre Familien zu besuchen. ☺

Ein Ausflug an den Strand nach Sinagoga, endete mit einer spontanen Einladung zum Mittagessen im Hause unseres Freundes Feliciano. Wir verbrachten eine schöne Zeit im Kreise seiner Familie, die uns herzlich bewirtete.

Unerwartet traf auch ein kleines Paket mit Leckereien und netten Gemeinheiten ☺ aus der Heimat ein.   Herzlichen Dank an  Bernd und an unsere liebe Mutti!

Zum Ende des Monats mischten wir uns unter das „Partyvolk“ und genossen einen Abend (Nacht) in einem urigen Ambiente bei Live- Reggae-Musik. Es war irre!!

Da wir mittlerweile zum Stadtbild von Ribeira Grande gehören, entwickeln sich auch erste Kontakte, sei es auf dem Markt, zu den Fisch- Fleisch- und Gemüseverkäufern oder an der Tankstelle, wo wir ab und zu mal einen Kaffee trinken. Die Aluguer- Fahrer hupen und grüßen, die Bäckerin vermittelt uns Kriol- Brocken. Auf unserer Baustelle entstehen Kontakte zu Malern, Maurern, Elektrikern und bei  Besuchen von sportlichen Veranstaltungen kommt man ins Gespräch mit Aktiven, Zuschauern und Trainern. Lernt man jemanden kennen, kennt man auch schnell die ganze Familie…. Wir haben das Gefühl dazuzugehören und dass jeder hier im Ort weiß, wer wir sind und was unser Plan ist, Nachbarn bringen uns Kuchen vorbei, der beim Geburtstagsfest übrig geblieben ist, eine engagierte Lehrerin besuchte uns um Auskünfte für Ihre Studien zur Immigranten- Problematik zu erhalten und ein Fremdenführer, den wir oft an der Tanke trafen machte uns auf bereits angesprochenes Partyevent aufmerksam… Es ist einfach nur schön!!

Mindestens einmal in der Woche besucht Marcus den Bau. Mittlerweile ist es auch Gewohnheit geworden, sich mit einer kleinen Aufmerksamkeit aus Dianes Küche, bei den Arbeitern für ihre gute Arbeit zu bedanken. Nachdem es im Februar eine Cachupa und im März ein Kuchen war, freuten sich die trabalheiros im April über eine soupa de Abobora (Kürbissuppe). Wir könnten bereits jetzt ein Buch über unsere Eindrücke hier schreiben, aber das heben wir uns auf für später! 😉

Für den Monat April ist das wohl erst einmal genug Lesematerialmaterial?!

Ach so, dass wir in mühevoller Arbeit und mit viel Sorgfalt unseren Internetauftritt überarbeitet haben, ist euch ja sicher aufgefallen. Marcus arbeitet mit Hochdruck an der Verbreitung unserer Ideen  und entwickelt sich zum Werbeexperten! ☺ Wir hoffen auf erste Interessenten und Anfragen!

Seid alle ganz lieb gegrüßt!!

Marcus und Diane

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